RSTXII_260608x

01.07.2020 - Verschiedene Autorinnen und Autoren beschreiben im Buch «Arosa in 100 Geschichten» in Reportagen, Interviews, Infografiken und historischen Abrissen auf lehrreiche, unterhaltsame Art die Geschichte und Gegenwart des Ortes, seine Menschen, Wirtschaft und Politik, Natur und Kultur. Der Herausgeber Peter Röthlisberger hat verschiedene Geschichten aus diesem Buch für die Swiss O Week aufbereitet, so dass sie einem breiten Publikum präsentiert werden können. An dieser Stelle nun die zweite Geschichte. Ein ziemlich anderes Thema als OL, aber es gehört auch zum Sommer in Arosa.

Little Monaco

Wo bis 1927 Bobs die steile Strasse herunterdonnerten, brettern heute Oldtimer die Strasse hinauf. Die Arosa ClassicCar zwischen Langwies und Arosa wurde in 15 Jahren zur grössten Sommer-Veranstaltung im Schanfigg.

Endlich einmal alles aus dem Boliden herausholen auf dem steilsten Abschnitt der Schanfiggerstrasse, ohne dass den Kindern schlecht und die Gattin missgelaunt wird. Endlich durch die 76 letzten Kurven mit rauchenden Reifen quietschen, mit durchgedrücktem Gaspedal die wenigen Geraden auf den 7,3 Kilometern in knapp viereinhalb Minuten meis- tern und nach der Zieldurchfahrt mit klopfendem Herzen und nassgeschwitztem Silberhaar durch die zuschauergesäumten Strassen von Arosa defilieren – was für einTraum für jeden Oldtimer-Fan.

Die Idee zur ClassicCar musste zwangsläufig von Ferienwohnungsbesitzern ausgehen. Sie kennen die Strecke, sie lieben Arosa, und vor allem ihre Autos. 2005 organisierten sie zusammen mit Arosa Tourismus das erste Rennen. Zugelassen sind historische Fahrzeuge, die zwischen 1905 und 1990 gebaut wurden. Offiziell startet nur eine kleine Gruppe mit entsprechender Lizenz in der wirklichen Rennklasse. Andere Fahrer präsentieren jeweils Anfang September einfach gerne Raritäten und Boliden mit grosser Renngeschichte und geniessen die Rennatmosphäre mit einem so engen Kontakt zum Publikum am Strassenrand, dass die Arosa ClassicCar scherzhaft mit dem Formel-1-Rennen in Monaco verglichen wird. Jeweils am Donnerstag um 18 Uhr zeigen die Teilnehmer in einem Fahrzeugcorso ihre Prachtstücke, am Freitag fahren sie auf der gesperrten und vom Streckenbau-Trupp mit zusätzlichen Leitplanken und Strohballen gesicherten Strecke zwei Trainingsläufe. Am Samstag und Sonntag schalten die 170 Teilnehmer aus ganz Europa in den Rennmodus und fahren je zwei Rennläufe.

Nicht jeder wird zur ClassicCar zugelassen. Der Veranstalter entscheidet, ob das Auto rar und attraktiv genug ist für das attraktivste Bergrennen der Welt.

Author: Peter Röthlisberger

Homepage Arosa Classic Car

Promotionvideo 2020

Hauptsponsoren

  • egk
  • neutrassresidenz
  • migros
Login