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29.03.2021 - Der Schriftzug von Arosa ist bekannter als das Wappen. Trotzdem kann es mancher Unterländer mit geschlossenen Augen zeichnen. Wer hat es entworfen? Ein weiterer Beitrag aus der Serie "100 Geschichten aus Arosa".

Arosa WappenDas Aroser Wappen ist jünger, als man annehmen möchte. 1932 gab die Gemeindekanzlei Friedrich Pieth, dem Churer Kantonsschullehrer und Historiker für alle Fälle, den Auftrag, ein Wappenbild zu entwickeln. Er zog weitere Fachleute hinzu wie Professor Paul Ganz in Basel, Präsident der Schweizerischen Heraldischen Gesellschaft. Erwin Poeschel aus Davos schlug die Sonne als Symbol vor, J.U. Flütsch aus Bern einen Berg, der dann, angelehnt an einen Entwurf Ferdinand Zais, zu einem Abbild des Erzhorns wurde, wie das Heimatmuseum Arosa berichtet. Die Grafiker P. Boesch aus Bern und K. Schmid aus Zürich wurden in Konkurrenz mit der Umsetzung beauftragt. Boeschs Entwurf fand die Zustimmung der Gemeindekanzlei. Mit Gemeinderatsbeschluss vom 12. Dezember 1934 und an der Gemeindeabstimmung vom 22. Februar 1935 wurde das Wappen mit 218 zu 81 Stimmen angenommen.

Der offizielle Beschrieb lautet: «In Blau ein silberner Berg mit zwei gleichen Spitzen überhöht von goldener Strahlensonne.» Wie immer, wenn die Deutungshoheit nicht absolut geregelt ist, gibt es auch beim Aroser Wappen zwei Schulen: Für die eine versinnbildlichen die zwei Bergspitzen das Erzhorn, für die andere hat der doppelspitzige Berg nichts mit einem realen Vertreter aus dem Bergkranz um Arosa zu tun. Einig ist man sich immerhin, dass er für die Berggemeinde steht. Zusammen mit der hoch im tiefblauen Himmel stehenden Sonne sollen gleichzeitig der Sommer- wie der Winterferienort angedeutet werden. Das Blau des Himmels und das Gelb der Sonne weisen zudem auf die Zugehörigkeit zum damaligen Zehngerichtebund hin. Interessanterweise findet man aber auf keinem Arosa-Wappen einen silbernen Sommer-, sondern immer einen verschneiten Winterberg.

Peter Röthlisberger

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