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19.07.2021 - Die Luftige

Die Luftige im Wetterglück

Als die aufgehende Sonne die restlichen Schneefelder am westlichen Aroser Horizont rötlich färbte, schien der Tag schon gelaufen. Zumindest wetterbedingt. Was die Infrastruktur-Crew beim Einrichten des Wettkampfzentrums neben der Motta-Hütte trotz dünner Wolken am Piz Scarlottas offensichtlich beflügelte. Wie üblich an einer Swiss-o-Week war auch am Etappenort im Gebiet Lenzerheide Scharmoin beim Start alles bereit. Unterdessen spekulierten Fahrgäste im Hörnliexpress bereits über das heutige Gelände, mögliche Routen oder Laufzeiten. Und in der Urdenbahn erklärten OL-Eltern ihrem Nachwuchs leicht warnend die Tücken des Laufgebietes. Das auf einer Alp ohne Bäume mit wenig einprägsamen Merkmalen – dafür mit teilweise abfallenden Geröllfeldern – die Orientierung ziemlich erschwere und Laufzeiten stark beeinträchtigen könnte.

Was wenig später etliche Jugendliche trotzdem nicht hinderte, vor dem Start übungshalber mit einem scharfen Bergsprint die eigene Kondition zu testen. Und danach eine junge Läuferin sinnigerweise bemerkte, da gehe einem der Schnauf dann weit schneller aus als im Unterland. Sie konzentriere sich wahrscheinlich besser auf gutes Kartenlesen. Eine Erkenntnis, die wohl für alle galt und gegebenenfalls sogar einen Blick von der prächtigen Bergterrasse hinunter zur Lenzerheide oder hinüber zum Stätzer Horn erlaubte. 

Orientierungslaufen auf Langdistanzen in solchem Gelände führt oft auch zu Sportverletzungen. Dank des medizinischen Teams konnten heute nahezu alle Blessuren oder Ereignisse vor Ort behandelt werden. In zwei Fällen rechtfertigte sich der organisatorische Aufwand allerdings, weil das Fachpersonal sogar in 2000 Metern Höhe auf ein bergtaugliches Transportfahrzeug sowie einen Quad zurückgreifen konnte. Ein älterer Läufer mit leichten Bauchschmerzen wollte jedoch nichts vom Sanitätszelt wissen, er bevorzuge momentan eher eine Toilette! Und bemerkte beim Warten auf eine freie Kabine schmunzelnd, „Die Luftige“ sei heute eben auch „Eine Duftige“. Und schulterte kurze Zeit später erleichtert seinen Rucksack für die Rückfahrt mit dem Sessellift hinauf zur Urdenbahn.

Wo auf der Fahrt zum Hörnliexpress der Kabinenbegleiter einen Passagier freundlich auf den fehlenden Mundschutz aufmerksam machte. Worauf das humorige „Uuuäääh“ aller anderen Fahrgäste zeigte, dass während der SOW 2021 die Corona-Regeln absolut eingehalten werden.

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